Was den Visioautne Flügel verleiht…
Christoph Albrecht

Diplom-Volkswirt
Die Idee, sich als Mensch mit „tierischen Eigenschaften“ zu charakterisieren, die vorher als menschliche Eigenschaften bestimmten Tieren zugeschrieben wurden, ist mir an sich fremd. Aber ich nehme die Idee einiger KollegInnen jetzt mal auf und entscheide mich für den Eisvogel.
Warum?
Der Eisvogel ist aktuell: er ist Vogel des Jahres 2009,
er ist bunt, er ist schnell, er schützt – der Sage nach – vor Blitzeinschlägen und er ist selten.
Aktualität ist mir spätestens seit meinem
18. Lebensjahr wichtig, als ich angefangen habe, journalistisch zu arbeiten. Heute bin ich als Forschungsmanager im Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung (WZB) nahe dran an vielen aktuellen
Analysen gesellschaftlicher Entwicklungen.
Teil einer bunten Lebensumwelt bin ich seit 35 Jahren – solange wohne ich in Berlin-Kreuzberg.
Viele Jahre lang habe ich hier eine AnwohnerInnengruppe organisiert, die gemeinsam mit anderen Gruppen manches auf die Beine gestellt hat, das unser nachbarschaftliches Leben verbessert. In dieser Rolle des Organisators und Koordinators heißt es, schnell zu sein im Erfassen von Situationen und Erkennen von Chancen – und manchmal zu verhindern, dass der Blitz einschlägt.
Und was fällt mir zu „selten“ ein? Menschen, die initiativ und inspirierend in ihre Umwelt hineinwirken, sind selten. Und noch seltener ist es, daß sie am Anfang ihres Weges, der sie zur Umsetzung ihrer Vision für eine bessere Welt führen soll, bereits über die nautischen Kenntnisse verfügen, mit denen sie die zwangsläufigen Stürme oder Flauten meistern können.
Deswegen sind einige der Fähigkeiten und Eigenschaften, die dem Eisvogel zugeschrieben werden, eine Hilfe, um gemeinsam mit anderen Menschen Routen zu finden, wie sich visionäre Ziele durch vielfältige Methoden des Navigierens (besser) erreichen lassen.

